Rekursiv nach Dateien suchen |
|
| System | Win9x, WinNT, Win2000, WinXP, Vista, Win7 |
|---|---|
| Ab Delphi-Version | Delphi 1 |
| Letzte Änderung | 28.09.2010 |
Um nach bestimmten Dateien auf der Festplatte zu suchen muss man die Funktionen FindFirst und FindNext benutzen. Wenn man nur nach Dateien in einem Verzeichnis suchen möchte ist dies sehr einfach. Man sucht einfach mit FindFirst nach der ersten Datei und startet dann eine Repeat-Schleife. Am Ende eines jeden Durchlaufs wird die nächste Datei in dem Verzeichnis gesucht (FindNext).
Etwas komplizierter wird die Sache, wenn man auch in Unterverzeichnissen nach Dateien suchen möchte. Dann muss sich die Funktion nämlich selbst aufrufen - immer genau dann, wenn ein Verzeichnis gefunden wurde. Dies nennt man rekursiv.
In der untenstehenden Procedure wurde der gesamte Aufruf gekapselt. Die Procedure erwartet fünf Parameter:
- Das Verzeichnis (z.B. 'C:\Programme') - Die Suchmaske (z.B. '*.*' oder '*.doc') - Die Ausgabeliste (z.B. Listbox1.Items) - Rekursive Suche (bei True werden die Verzeichnisse rekursiv durchsucht, also mitsamt allen Unterverzeichnissen, bei False wird nur das angegebene Verzeichnis durchsucht). - Ob die Ausgabeliste vorher gelöscht werden soll, bei True werden nur die neuen Suchergebnisse zurückgegeben, bei False bleiben bisherige Einträge erhalten.
List: TStrings;
WithSubDirs, ClearList: Boolean);
procedure ScanDir(const Directory: string);
var
SR: TSearchRec;
begin
if FindFirst(Directory + Mask, faAnyFile and not faDirectory, SR) = 0 then try
repeat
List.Add(Directory + SR.Name)
until FindNext(SR) <> 0;
finally
FindClose(SR);
end;
if WithSubDirs then begin
if FindFirst(Directory + '*.*', faAnyFile, SR) = 0 then try
repeat
if ((SR.attr and faDirectory) = faDirectory) and
(SR.Name <> '.') and (SR.Name <> '..') then
ScanDir(Directory + SR.Name + '\');
until FindNext(SR) <> 0;
finally
FindClose(SR);
end;
end;
end;
begin
List.BeginUpdate;
try
if ClearList then
List.Clear;
if Directory = '' then Exit;
if Directory[Length(Directory)] <> '\' then
Directory := Directory + '\';
ScanDir(Directory);
finally
List.EndUpdate;
end;
end;
Ein Beispielaufruf könnte so aussehen:
begin
GetFilesInDirectory('C:\', '*.*', Listbox1.Items, False, True);
end;
In diesem Beispiel werden alle Dateien (*.*) im Verzeichnis 'C:\' in 'Listbox1.Items' gesteckt. Unterverzeichnisse werden nicht durchsucht (False).
FindFirst
Das Kernstück dieser Procedure ist eigentlich der Aufruf von FindFirst. Diese Funktion sucht nach der ersten Datei im angegebenen Verzeichnis.
Sie erwartet drei Pramater.
- Pfad + Suchmaske - Dateiattribut - Referenzparameter vom Typ TsearchRec
Pfad und Suchmaske sollten klar sein (z.B. C:\*.*). Der zweite Parameter kann folgende Werte annehmen:
faHidden Versteckte Datei
faSysFile Systemdatei
faVolumeID Laufwerks-ID-Datei
faDirectory Verzeichnis
faArchive Archivdatei
faAnyFile Beliebige Datei
Der Parameter gibt an, welche Dateien mit welchem Dateiattribut gesucht werden sollen. Auch kann auf diese Weise nach Verzeichnissen gesucht werden können.
Dem dritten Parameter werden letztendlich bei einem Sucherfolg die Dateiinformationen übergeben:
TSearchRec = record
Time: Integer;
Size: Integer;
Attr: Integer;
Name: TFileName;
ExcludeAttr: Integer;
FindHandle: THandle;
FindData: TWin32FindData;
end;
Auf diese Weise kommt man auch an den eigentlichen Dateinamen, die Dateigröße oder an das Erstellungsdatum:
var
F: TSearchRec;
begin
if FindFirst(ed_dateiname.text, faAnyFile, F) = 0 then try
Label1.Caption := F.Name
Label2.Caption := IntToStr(F.Size);
finally
FindClose(F);
end;
end;
FindNext setzt einfach nur das Filehandle auf die nächste entsprechende Datei. Wieder muss die Variable vom Typ TSearchRec als Referenzparameter übergeben werden.
Da beim Aufruf von FindFirst usw. Ressourcen belegt werden, müssen sie wieder freigegeben werden. Dies geschieht mit dem Aufruf von FindClose.